Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Verordnung und Überweisung

 

Bitte geben Sie die GOP 88240 in der Abrechnung an den Tagen zusätzlich an, an denen Leistungen im Zusammenhang mit einem begründeten Verdacht auf eine SARS-CoV-2 Infektion oder eine COVID-19 Erkrankung erbracht wurden


Stand: 21.09.2020

Einige Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

Ausnahmeregelungen im Verordnungsmanagement (bundesweit):

  • Heilmittel
    Die Frist für den Beginn einer Heilmittelbehandlung nach einer vertragsärztlichen Verordnung bleibt für gesetzlich Krankenversicherte von 14 Tagen auf 28 Tage verlängert.
  • Krankentransport
    Krankentransporte (nicht Taxi) von COVID-19-Patienten zur ambulanten Behandlung bleiben bis zum Ende der vom Bundestag festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite genehmigungsfrei. Dies gilt auch für Patienten, die nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen.

Ausnahmeregelungen (regional):

Ausnahmeregelungen wie beispielsweise Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese können regional begrenzt und zeitlich befristet durch einen gesonderten Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses kurzfristig in Kraft gesetzt werden. Voraussetzung ist, dass von den zuständigen Behörden ein auf regional hohe Neuinfektionszahlen reagierendes Beschränkungskonzept erlassen wird.

Auf der Themenseite der KBV zum Coronavirus sowie in einem extra PDF-Dokument werden Sonderregelungen mit Details und Gültigkeit dargestellt:
KBV: Corona-Sonderregelung im Detail
 

Viele befristete Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie enden am 30. Juni 2020.

Ab dem 1. Juli 2020 gilt für vertragsärztlich tätige Ärzte:

  • keine (Folge)verordnungen mehr nach telefonischer Anamnese
    • für die Häusliche Krankenpflege (Muster 12)
    • für Heilmittel (Muster 13, 14 und 18), auch außerhalb des Regelfalls
    • für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel (Muster 16)
    • für eine Krankenbeförderung (Muster 4)
    • für Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)

      Hinweis: Arzneimittelrezepte durften vertragsärztliche tätige Ärzte auch bisher schon in Ausnahmesituationen per Post an Patienten senden. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.
       
  • keine rückwirkenden Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege für bis zu 14 Tage mehr, sondern wieder erst in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums, Notwendigkeit für eine längere Dauer muss wieder medizinisch begründet werden
     
  • keine Erstattung mehr von Portokosten für den Versand von Verordnungen und Überweisungen
     

Ab dem 1. Juli 2020 gilt für Leistungserbringer / Versicherte:

  • Heilmitteltherapien können nicht mehr länger unterbrochen werden
     
  • Hilfsmittelversorgung muss wieder innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen werden
     
  • Frist für die Vorlage von Verordnungen für häusliche Krankenpflege, Soziotherapie, SAPV zur Genehmigung durch die Krankenkasse wird wieder auf drei Tage herabgesetzt
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Sonderregelungen, die bereits seit dem 1. Juni 2020 nicht mehr gelten:

  • AU-Bescheinigung nach telefonisch Anamnese, erweiterte Fristen für Verordnungen von Fahrten zu vor- oder nachstationären Behandlungen, erweiterter Zeitraum für Erstverordnungen häuslicher Krankenpflege
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Weiterhin gelten folgende Sonderregelungen:

  • Austauschmöglichkeiten bei der Arzneimittelabgabe in Apotheken (befristet bis längstens 31. März 2021)
     
  • Verwendung von BtM-Rezeptformularen anderer Ärzte (befristet bis längstens 31. März 2021)
    Informationen der KVSA zur SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung
     
  • Entlassmanagement (befristet bis längstens 31. März 2021
    Zeitraum, für den Krankenhäuser nach Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen können, von 7 auf 14 Tage erweitert
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Weitere Regelungen und Hinweise im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie
 

Hinweis des BMG zur Verordnung von Arzneimitteln während der Coronavirus-Pandemie

Zur Vorbeugung von Arzneimittelversorgungsengpässen während der Coronavirus-Pandemie empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bei der Arzneimittelverordnung folgende Punkte zu berücksichtigen, um eine kontinuierliche, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung der Patienten, die zwingend Arzneimittel benötigen, sicherzustellen:

  • Die Verordnung von Arzneimitteln, insbesondere bei chronisch kranken Patienten, sollte im gewohnten Umfang fortgesetzt werden (z.B. mit einer N3-Packung).
  • Auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich sind, sollte verzichtet werden.
     

Hinweis des BMG zur Verordnung des Wirkstoffes Paracetamol während der Coronavirus-Pandemie

Aufgrund von Lieferengpässen bei Paracetamol-haltigen Arzneimitteln fordert das BMG Hersteller, Großhandel und Apotheken auf, die Belieferung und Abgabe nur für die im akuten Behandlungsfall benötigten Mengen und nur nach Prüfung geeigneter therapeutischer Alternativen vorzunehmen. Ärzte sollen verschreibungspflichtige Paracetamol-haltige Arzneimittel nur nach Prüfung therapeutischer Alternativen und nur in der medizinisch notwendigen Packungsgröße verordnen.
 

Auswahl der Packungsgrößen im Vertretungsfall

Im Rahmen der Behandlung einer chronischen Erkrankung können Arzneimittel ohne erforderliche spezielle Therapieüberwachung im Vertretungsfall nach ärztlicher Einschätzung im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes in größeren Packungsgrößen verordnet werden. Insbesondere sollten derzeit wegen der Pandemie und der notwendigen Kontaktreduktion auch im Vertretungsfall eher N3-Packungen verordnet werden.
Die Verordnung kleiner Packungsgrößen kann sinnvoll sein, wenn der Patient im Sinne einer Therapiekontrolle bzw. -überwachung seinen eigentlich behandelnden Arzt aufsuchen soll.